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Wanda

Freitag, 14. Juni
Mainstage, 21:45 H

Die „vielleicht letzte wichtige Rock’n’Roll-Band unserer Generation“ (Musikexpress) ist wieder auf
Tour. „Wenn deutschsprachiger Rock’n’Roll tot war, dann haben Wanda ihn wiederbelebt“,
sagt detektor.fm über die Anfangszeiten dieser Band, die sich 2014 gleichzeitig in die Radio Playlists
und die Herzen der Fans katapultierte. Nach Amore, Bussi, Niente und Ciao!, insgesamt weit über
300 Wochen lang in den Charts, 14 Platin Auszeichnungen, und unzähligen ausverkauften Konzerten
und Festivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Wiener Ende September 2022
ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht. „Wanda“ ist auf Platz 3 in die offiziellen deutschen Album
Charts eingestiegen – das bisher beste Ergebnis der Band.

 

„Es gab nie einen Plan B, es gab nur das Leben als Problemstellung, Musik und Erfolg, hin oder her“,
bringt Sänger Marco Wanda einen Hauch von Bandphilosophie in einem der hunderten Interviews
zum Ausdruck. Diese Kompromisslosigkeit spürt man auch. Die Jahre zwischen Bühne, Tourbus und
Studio verschmelzen zu einem langen Drahtseilakt ohne Sicherheitsnetz. Und die Energie bei jedem
Konzert – jedes Mal spielt die Band als wäre es das letzte Mal – reißt das Publikum ausnahmslos mit.

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Von Wegen Lisbeth

Samstag, 15. Juni
Mainstage, tba

Von Wegen Lisbeth in ein Raster pressen zu wollen, um sie in eine Ecke der deutschen Musiklandschaft zu stecken, gibt einem ein ähnliches Gefühl wie Bio-Gurken in eine Plastikhülle zu packen und Atomkraftwerke mit einem Nachhaltigkeitssiegel auszustatten. Die Berliner bleiben auch nach etlichen Jahren Bandgeschichte angenehm ungreifbar und haben doch ihren ganz eigenen Stil kreiert. Von Wegen Lisbeth nennen ihre Alben gern mal wie eine E-Mail-Adresse, besingen in ihren Songs Elon Musk und Claudia Pechstein und verarbeiten in ihren Texten vermeintlich alltägliche Beobachtungsfetzen zu einem schärferen Abbild unserer Gesellschaft als einem manchmal lieb ist. Zwischen Melancholie und tanzbaren Pop-Songs sind Von Wegen Lisbeth mittlerweile längst eine feste Größe in der deutschsprachigen Musikszene, bringen auf ihren Konzerten von Berlin bis Annaberg-Buchholz das Publikum zum Tanzen und stellen dabei die wichtigen und unwichtigen Fragen unserer Zeit. Am 23. September 2022 erschien mit EZ Aquarii das dritte Studioalbum der Band.

 

Als Support der Kölner von AnnenMayKantereit machten sich Von Wegen Lisbeth einst schnell einen Namen. Es dauerte nicht lange, bis sogar Musikgrößen wie Sven Regener auf die Berliner aufmerksam wurden, der die fünf kurzerhand in einen Anhänger verfrachtete und mit auf Deutschland-Tournee seiner Band Element of Crime nahm. 2016 ging es für Von Wegen Lisbeth mit ihrem Debütalbum GRANDE auf erste eigene Headliner-Tour quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Es folgten unzählige Festival-Gigs von Königs-Wusterhausen bis Red-Bull-Main-Stage, ehe im Mai 2019 mit sweetlilly93@hotmail.com das zweite Studio-Album der Band erschien. Ab dem Moment, als Von Wegen Lisbeth zum Abschluss ihrer Tour zweimal in der ausverkauften Berliner Columbiahalle spielten und im Backstage voller Ehrfurcht vor einem Foto von Snoop Dogg erstarrten, schien irgendetwas die Welt aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben. Jedenfalls folgten mehrere Jahre Pandemie und andere mehr oder weniger unvorhersehbare Ereignisse der Weltgeschichte. Als einzig logische Konsequenz erschien den Berlinern, sich mal wieder im Proberaum einzuschließen und dort neue Songs zu produzieren. So erschien am 23. September 2022 mit EZ Aquarii Von Wegen Lisbeths drittes Album, gespickt mit dreizehn neuen Tracks. Zum ersten Mal hatten die Berliner mit Longus Mongus von BHZ dabei sogar einen Feature-Gast auf einem der Songs.

 

Einmal an einem Donnerstag, / mir ein Toast beschmieren und dann / durch die Kurznachrichten scrollen / ohne dieses seltsame ungeordnete Gefühl / direkt auswandern zu wollen. / Verlange ich zu viel?

 

Noch in ihrer gemeinsamen Schulzeit fanden sich die fünf Berliner Matze (Gitarre/Gesang), Doz (Gitarre), Julian (Bass), Robert (Synthie) und Julian (Schlagzeug) zusammen, spielten (damals noch unter anderem Namen) von Punk über Ska bis hin zu 8-Bit-Gameboy-Musik alles was nicht richtig in ein Genre passte und würzten das Ganze mit einer skurrilen Instrumentierung, so etwa einem Omnichord, einem sogenannten Regenbogenachttästler, verfeinert mit einem kräftigen Schuss Maggi. Seitdem hat sich für Von Wegen Lisbeth so ziemlich alles geändert und trotzdem ist eigentlich alles geblieben, wie es immer schon war: Ihre Musik lässt sich noch immer nirgendwo einordnen und mit keiner anderen Band so wirklich vergleichen. Wer dem Ganzen unbedingt einen Stempel verpassen will, der einigt sich am besten auf den Begriff „Indie-Pop“ – ganz einfach, weil sich dahinter alles verbergen kann.

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KAFFKIEZ

Sonntag, 16. Juni
Mainstage, 20:45 H

Mit unpolierter Ehrlichkeit und stampfender Energie machen sich die 5 Jungs von KAFFKIEZ seit 2020 über Indie-Deutschland her. Trotz Pandemie erstürmt sich die Band rasant Plätze in großen Radiosendern, Playlisten und den Herzen vieler deutscher Indiehörer*innen. Dabei transportieren die Rosenheimer ihre Lebensfreude und ansteckende Energie nicht nur in ihren Songs, sondern auch unmittelbar auf die Bühne. Die Freude der Band an Live-Musik wird dort unmittelbar greifbar – eine Party, auf der man dabei gewesen sein muss. Mit ihren rasant ausverkauften Konzerten auf der ersten eigenen Tour und einer eingeschweißten Fanbase macht die KAFF-Band aus dem Süden Deutschlands klar, dass sie aus so manchem KIEZ schon lange nicht mehr wegzudenken ist.

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blackwave.

Sonntag, 16. Juni
tba, tba

blackwave. ist ein in Antwerpen ansässiges Hip-Hop-Duo bestehend aus Jean Atohoun und Willem Ardui. Jean und Willem schlossen sich 2016 nach einer zufälligen Begegnung bei einem Auftritt in Brüssel zum ersten Mal zusammen und haben ihre beiden Welten zu einer einzigartigen kreativen Zusammenarbeit verschmolzen. blackwave. zeichnen sich durch eine aufgeschlossene Herangehensweise an Hip Hop aus und vermischen verschiedene Einflüsse wie Soul, Junk, Jazz und Pop.

 

Die Band gewann erstmals 2018 an Fahrt und bescherte ihr zahlreiche nationale TV-Auftritte, mehrere Nummer-eins-Hits, eine internationale Tournee, mehrere Auszeichnungen und die Veröffentlichung ihrer bislang einflussreichsten Single „Elusive“. Dies war der erste Vorgeschmack auf ihr im Jahr 2019 veröffentlichtes Debütalbum „ARE WE STILL DREAMING?“.

 

Ihr zweites Album „No Sleep in LA“, das im September 2022 veröffentlicht wurde, erhielt in Belgien große Anerkennung und stieg auf Platz 1 der nationalen Charts ein. Das Album enthält Features mit Lute (Dreamville), Abhi The Nomad & Caleborate.

 

Während dieser Zeit, baute blackwave. stetig seine Fangemeinde auf und verzeichnete über 98 Millionen Streams auf Spotify. Die Single „a-okay“ war im offiziellen FIFA23-Soundtrack enthalten und wurde in Großbritannien (BBC1), Frankreich (France Inter) und Deutschland ausgestrahlt (Radio Eins). In Belgien wird die Band regelmäßig bei einigen der wichtigsten Radiosender (Studio Brussel, Radio 1, …) ausgestrahlt und hat sich einen Ruf als einer der besten Live-Acts des Landes erworben.

 

Nach einem erfolgreichen Sommer im Jahr 2023, in dem sie auf renommierten Festivals wie Rock Werchter (BE), Pukkelpop (BE), Pinkpop (NL) und Electric Castle (Rumänien) spielten, tourte blackwave. mit ausverkaufte Shows (u.a. London, Antwerpen, Utrecht, …) durch Europa. Im September 2023 gab EA Sports FC bekannt, dass blackwave. wieder in ihren Soundtrack aufgenommen wird. Diesmal mit der Single „cracked screen“. Ein neues Album ist für den Sommer 2025 in der Pipeline.

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MAYBERG

Freitag, 14. Juni
Mainstage, tba

„Live spielen ist ehrlich gesagt der Grund, warum ich das alles überhaupt mache. Ich liebe es unendlich, Texte zu Leuten zu singen. Da ist irgendwie eine riesige, emotionale Energie im Raum – das macht super viel mit mir.“ (Mayberg)

 

Wenn man MAYBERGs Sprechstimme hört, vibriert die Luft. Die Wellen verbinden Ohr, Herz und Hirn sofort mit dem Timbre, das diesen jungen Künstler ganz unaufgeregt einzigartig macht. Und besonders wenn MAYBERG auflacht, öffnet sich ein Fenster in seine Persönlichkeit: Etwas grundpositives strahlt von ihm zurück.

 

Was beachtlich ist, denn wenn man sich in seine klugen und beobachtenden Texte vertieft, ist dort schließlich jede Menge Coming Of Age-Zerrüttung, Verwirrung, Zweifel und Frust zu finden. Doch MAYBERG packt die universellen Qualen des Lebens eines Anfang 20-jährigen Menschen in einen Kontext, der vertraut UND aufregend ist. Dieses Talent, für das Gefühl der Jugend neue Strophen zu erfinden, ist außergewöhnlich.

 

MAYBERG, der Newcomer für 2023 mit Potential: Mit 22 ist er im besten Gen Z-Alter und hat die perfekte Schnittmenge zwischen Liedermacherei, coolem Crooner, modernem Singer-Songwriter und elektronischen Synths & Beats gefunden. Doch vor allem ist es seine authentische Poesie, die ihn als Identifikationsfigur der Twentysomethings qualifiziert.

 

Und die Peergroup will ihm nah sein: In diesem noch jungen Jahr verkaufte MAYBERG seine zweite Tour im April und Mai 2023 komplett aus – der Ansturm war so enorm, dass die Shows von für einen neuen Künstler ohnehin beträchtlich großen Venues in noch größere hochverlegt wurden, wo immer es möglich war. Sein Talent lässt auch die Kolleg*innen der deutschen Musiker*innenszene aufhorchen, der Entertainer und Rapper ALLIGATOAH holt sich den jungen Songwriter als Support-Act für seine fast ausverkaufte Hallentour im März 2023.

 

Der bezaubernd charismatische Musiker, der sich zu großen Teilen selbst produziert, trifft mit seinem Pop, der moderne Indie-Hymen mit Gitarre, Klavier und kühlem Elektro instrumentiert, einen empfindlichen Nerv: 1,7 Mio. monatliche Hörer*innen auf Spotify, höchster Neueinsteiger in den deutschen Single Charts, über 50 Tausend Follower*innen und virale Hits auf TikTok erzählen davon, dass MAYBERG einer Jugend seine Stimme leiht – und dass das Publikum versteht.

 

Am dritten März veröffentlicht MAYBERG sein Debutalbum „MINI“ und löst damit ein lang erwartetes Versprechen ein – bislang waren einige wenige Singles, Demos von Songs und Writing-Snippets zu hören. Und um dieses pulsierende Momentum herum legt MAYBERG nun einen weiteren Ring: Für Herbst 2023 kündigt er eine weitere eigene Tournee an, auf der seine Fans Album, Künstler und vor allem die Gemeinschaft hautnah spüren können. Der Zauber von MAYBERG ist die Brücke, die er schlägt vom introvertierten Zweifel zum exaltierten Übertreiben:

 

„Ja, dann geh halt weg. Alle anderen gehen aus, ich liege im Bett, ist so selten, dass ich offen drüber sprech“, singt MAYBERG in seiner neuen Single „Hilferuf“ und krönt den Song mit der pointierten Zeile: „Drei Freunde habe ich auch, wir sind die vier of missing out“.

Jeder einzelne seiner Songs holt die Zuhörer*innen ab und lässt flackernde Filme vor den geschlossenen Augen ablaufen. Ein Wundertwen, ein Popphänomen? Irgendwie ja, aber MAYBERG selbst bleibt bescheiden. Muss er nicht sein: der energetisch-tanzbare Liedermacher-Pop brilliert mit melancholischen, poetischen Lyrics von einem der besten Texter dieses jungen Jahrzehnts. Ein Künstler, der nur für sich selbst steht.

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Grossstadtgeflüster

Sonntag, 16. Juni
Mainstage, tba

Grossstadtgeflüster, die Berliner Band, die seit 2003 den Bogen des guten Geschmacks von beiden Seiten überspannt und mit ihren irgendwas um die 1000 gespielten Konzerten viele, viele, viele Menschen glücklich gemacht hat, ist nicht zurück, sondern immer noch da. Mit neuem Stoff im Handgepäck.

 

Zuverlässig sind Jen Bender (Vox), Raphael Schalz (Keys) und Chriz Falk (Drums) eigentlich nur in ihrer Unberechenbarkeit, wie das nächste Lied wohl klingen wird. Mit Evergreens wie „Fickt-Euch-Allee“ oder „Feierabend“ ständig am Hits ballern, die subkulturell anmuten, aber dann generations- und genreübergreifend für im Kollektiv gemotzte gute Laune sorgen.

 

Da steckt ja immer ein bisschen Rave drin, ein bisschen Pop, ein bisschen Punk, ein bisschen HipHop, garniert von stilistischen Querschlägern und U-Turns, ‚ner Menge Synthies und einem latenten Hang zur Exzentrik. Den roten Faden bilden die, letztes Jahr mit dem GEMA-Musik-Autorenpreis ausgezeichneten Texte, die sich traditionell zu einem Geflecht aus Wortwitz, Ironie, Doppelreimen, Meta-Ebenen und Punchlines zwischen philosophischem Tiefgang und Rummelbumskalenderblättern zusammensetzen.

 

Die Hymnen von Grossstadtgeflüster sind tanzende Unabhängigkeitserklärungen, kopfnickende Befreiungsschläge von gesellschaftlichem oder selbstgemachtem Erwartungsdruck, pogende Ping-Pongs zwischen Grössenwahn und Scheitern. Aber nie wird mit dem Finger auf andere gezeigt, geschweige denn nach unten getreten. Mit einem argwöhnischen Auge auf die ganze Spezies Mensch und einem liebenden Auge auf das Individuum wird seit zwei Jahrzehnten und 6 Studioalben (inkl. zwei EP’s,) die Ambivalenz der Existenz zelebriert. Und auch wenn sie sich der ganz klaren Kategorie immer entzogen haben, funktioniert es…

 

Über 100 Millionen Klicks alleine auf Spotify, über 50 Millionen auf YouTube, längst eine etablierte Partyinstanz auf den landesweiten Festivals, die letzten zwei Hallen-Touren komplett ausverkauft…dazu wunderbare Features mit Künstler/innen wie Danger Dan, Mine oder Fatoni. Jen Bender, die überlebensgro.e 1,59 kleine Frontfrau von Grossstadtgeflüster, Berliner Pflanze mit Berliner Schnauze, ist dabei die personifizierte Antithese zum filterverseuchten Social-Media-Zeitalter.

 

Als wäre sie als Kind in einen Topf kaputter Kabel gefallen, poltert Jen über jede Bühne und wirkt in ihrem entschiedenen Prokrastinieren von Reifeprozessen schon fast altersweise. Sie singt, sie flext, sie spittet, sie grölt, macht Beats, komponiert und schreibt für sich selbst und andere. Sie tritt allein dadurch all jenen die sich in ihrer altbewährten Ordnung gestört fühlen geflissentlich in den Allerwertesten und bietet damit ganz nebenbei als Frau mehr Identifikationspotential als jede strassbehangene Feminismusfahne. Kurz, sie bietet eine alternative Frauenrolle an, bei der Siegmund Freud verunsichert nach seiner Mutter rufen würde.

 

Die Ampeln stehen also auf neongrün für die nächste Rutschpartie. „DAS ÜBER-ICKE“ erscheint am

09.02.2024

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badchieff

Samstag, 15. Juni
Mainstage, tba

Wenn es darum geht, mit jedem weiteren Release einen komplett neuen Sound zu entwerfen, macht badchieff so schnell keiner etwas vor. Egal ob auf seinem Debütalbum „CHIEFF LOVES YOU“, EPs wie „MIGHT DELETE LATER“ und „I SEE YOU WHEN I SEE YOU“ oder Collabos mit CRO und Majan, Tokio Hotel und Tym oder Chapo 102 –jede neue Veröffentlichung des Multitalents zieht die Hörer:innen in eine gänzlichneue Welt mit neuen Vibes.

 

Musikalisch lässt sich badchieff in keinerlei Genreboxen packen. Im Gegenteil, er klingt nach HipHop und Trap, nach Punk und Soul, aber auch House und Electronica. Kurzum nach allem, was badchieff in seinen jungen Jahren an Musik gehört, gelebt und gemacht hat. Ob mit seiner Debüt-EP „1999.jpg“ oder der EP „MIGHT DELETE LATER“, badchieff ist immer bereit sich selbst auf das nächste Level zu pushen. Das zeigt sich auch durch die Chartplatzierung von „9 bis 9“. Die Single mit SIRA und BAUSA erreicht in der KW35 den Platz 1.

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Souly

Sonntag, 16. Juni
Mainstage, tba

Souly gehört zu der Generation Künstler, die Genregrenzen sprengt. Erst Ende März erschien sein lang-erwartetes Debut Album und die darauf folgende Tour im April war direkt restlos ausverkauft. Musikalisch bewegt er  sich  zwischen Trap, R&B und Hip-Hop und schafft damit ein einzigartiges Soundbild, das nicht ferner von klassischem Deutschrap liegen könnte.

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BIBIZA

Samstag, 15. Juni
2nd Stage, tba

Der BIBIZA Franz ist ein waschechter Wiener – aus Zehnsechzig, also Mariahilf. Vierundzwanzig ist er und lebt immer noch da. Seine Stadt nennt er manchmal »Bebi«, er hasst und liebt sie, wie es sich gehört für einen, naja, Künstler. Nach zwei Compilations im Einundzwanzigerjahr erscheint im Mai Dreiundzwanzig sein erstes richtiges Album »Wiener Schickeria«. Es macht Furore und zeichnet mit knackigen Popstampfern und originellen Lyrics zum Alltag der Wiener Dekadenz allen Angstlosen einen fetten Grinser ins Gesicht. Ich sag nur: »Wer schwankt, hat mehr vom Weg.« Oder: »Bisschen ein Nervenkitzel in dieser flachen Welt.« Übrigens: Die Dreiundzwanziger Tour ist voll ausverkauft. Ich wiederhole: Ausverkauft. Prost! Ende. 

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TRÄNEN

Sonntag, 16. Juni
2nd Stage, tba

Januar 2023, Leipzig. Die Stadt scheint seit Monaten in Schatten getaucht, mangelnder Sonnenschein wird höchstens durch das Flimmern trashiger Leuchtreklame und das Aufblitzen penetranter Autoscheinwerfer ersetzt. Im eiskalten Halbdunkel spazieren Gwen Dolyn und Steffen Israel über matschig-karge Freiflächen, vorbei an archaischen Fabrikgebäuden und verblassten Schwarz-Chrom Graffitis. Die beiden saugen die Atmosphäre in sich auf — das Dreckswetter, das öde Treiben, die abweisenden Blicke der Späti-Verkäuferin, diesen hartnäckigen Geruch von Tristesse — bevor sie sich hastig in traute Gemütlichkeit zurückflüchten. Genauer: ins mit alten Teppichen ausgelegte Studio von Produzent Simon Freidhöfer. In diesem Setting erwächst Stück für Stück das Ichbewusstsein einer Band, die sich TRÄNEN nennt und nach Monaten galanter Geheimniskrämerei am 30. Juni 2023 mit »Stures dummes Herz« das erste Stück Musik in die Welt entlässt.

 

TRÄNEN haben seit Jahresbeginn mit der deutschen Indie-Szene Verstecken gespielt. Im Januar machte ein mysteriöses Instagram-Profil die Runde — zu sehen war damals lediglich ein animierter »TRÄNEN«- Schriftzug, flackernd, wellig, auf schwarzem Hintergrund. Darunter kein Text, nur rätselhafte Emojis. Kurz später ging eine Strecke analoger Fotos online — statt Personen zeigte sie Synthesizer, Gitarrenhälse und einen frostig- dystopischen Sonnenuntergang. Ein paar Wochen später, endlich, wenn auch verwaschen: Gesichter. In einer Konstellation, die wohl niemand erwartet hätte. Links: Gwen Dolyn, die seit 2020 mit Punk-Attitüde den deutschsprachigen Progressive-Pop-Untergrund aufmischt und begleitet von ihrer Band Toyboys längst zum Postergirl der „NNDW“ avanciert ist. Auf der anderen Seite: Steffen Israel, Gitarrist der Chemnitzer Band Kraftklub.

 

Gwen Dolyn und Steffen Israel dürften von der Größe ihres Projektes TRÄNEN anfangs selbst überrascht gewesen sein — zunächst war da lediglich Gwens Idee, den Deutschpunk-Klassiker »Duell der Letzten« von Chaos Z neu zu interpretieren. Steffen hatte Bock sich zu beteiligen, man traf sich im Studio. Innerhalb kürzester Zeit wuchs aus einer klassischen Punk-Cover-Version eine innovativere Reprise: ein modernes »Duell der Letzten«, das zackig und doch dreamy, hämmernd und zugleich harmonisch, angewidert und dennoch wehmutvoll klingt. Erstaunlich organisch, improvisiert, beinahe kopflos war eine eigenständige Sound-Ästhetik gefunden, getragen von sinistrer New- Wave-Aura, klangschönen Pop-Passagen, nachhallenden Vocals, 80’s-esken Synthieflächen und dominanten Gitarrenläufen. Warum also nicht einen zweiten Song schreiben, oder gar einen dritten? Machen wir es kurz: am Ende einer etwa einjährigen kreativen Reise steht mit »Haare eines Hundes« nun ein komplettes TRÄNEN-Album inklusive ausgeklügelt-cineastischem Begleitwerk. In Sound und Bild spiegelt sich die eingangs beschriebene winterliche Monotonie, gleichzeitig aber auch die entschlossene Wut gegen eben jene, das Ausbruchsmomentum auch der kollektiven Resignation: »Haare eines Hundes« lebt von Retro-Aura und graumeliertem Farbenspiel, vom Mut zur Schmutzigkeit, von bizarrer Taktung und gleichzeitiger symphonischer Fülle. Chorale Episoden und sonore Ohrwurm-Momente zerstäuben in verwaschenen Brüchen, Epochalität und Rotzigkeit liegen nur Millimeter voneinander entfernt, verknoten sich zwischen Temporeichtum und kleinen Momenten des Augenzwinkerns. Das bindende Element im Feuerwerk: Gwen Dolyns Stimme. Und, na klar, diese unverwechselbaren Texte voll nahbarer Bedrücktheit und findigem Gedankenspiel, die mal an Wir sind Helden, mal an Hans-A-Plast und mal an Ideal erinnern — »liebt ihr mich mehr, wenn Randale nur ein Wort ist für Kapitulation?« Ein exemplarisches Beispiel für Gwens regellose Schreibkunst und Steffens eigenbrötlerisches Melodienverständnis ist »Stures dummes Herz«, die allererste Single in der TRÄNEN-Geschichte. Was bei oberflächlichem Hinhören einen euphorischen Lovesong vermuten lässt, entpuppt sich in Wahrheit als das exakte Gegenteil. Ist »Stures dummes Herz« vielleicht ein eigenanalytisches Selbstgespräch? Es scheint ein komplexer Disput im Auge desolater Gefühlskonstrukte, eine Ode aufs Verkomplizieren mit versöhnlichem Ende zu sein: »der Kick geht mitten in den Bauch, aber mit dir halt’ ich es aus«. Der Song baut sich immer wieder neu zu einer vielspurig-pulsierenden Kulisse auf, bevor er sich formenreichverspielt dem nächsten Tapetenwechsel unterzieht und in jedem neuen Refrain hymnenhaft aufblüht.

follow TRÄNEN.