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Keziah Jones

Freitag, 05. August
Mainstage, 21:45 H

Afrika bekommt einen Superhelden: Fünf Jahre nach dem Album Nigerian Wood, das sich auf Platz 4 der französischen Charts spielte und sich satte 43 Wochen in den Top-100 hielt, kehrt KEZIAH JONES mit seinem 8. Studioalbum zurück. Auf den 11 Songs des Albums Captain Rugged manifestiert KEZIAH JONES seine Afronewave – ein ebenso persönliches wie politisches Projekt, für das sich JONES ins Outfit eines afrikanischen Superhelden wirft, der sein ureigenes, sozial streitbares Alter ego verkörpert.

Nigerianisch, afropolitisch, universell – Captain Rugged ist der Repräsentant eines modernen Afrikas und seiner urbanen Bewegungen. Geboren zwischen den Ghettos und Wolkenkratzern des hektischen Lagos, der Hauptstadt Nigerias, fliegt er in seinem Cape über die Stadt und lässt sie mit seinen wütenden Beats erzittern: Here I come, an Afro Superhero, Captain Rugged, so schreit KEZIAH es Freunden und Gegnern entgegen, und seine Afronewave ist ein Spiegel seiner Rebellion: Ein Konzeptalbum in Form eines Manifestes.

„Ich habe gut zehn Jahre an diesem Charakter gefeilt. Sein Superheldendasein ist eine Satire auf Macht, Politik und Magie. Mit Captain Rugged erzähle ich die epische Geschichte von Flüchtlingen, Einwanderern und Exilanten“, kommentiert KEZIAH JONES. „ich wollte all diese Menschen als besonders rau und robust porträtieren: Sie sind Überlebenskünstler und Superhelden, afrikanische Superhelden. Das war mein Ansatz für das Album.“

 

Mit Captain Rugged tritt KEZIAH in die Fußstapfen Fela Kutis, Landsmann und großer Befürworter des Pan-Afrikanismus, der mehrfach wegen der Auflehnung gegen die nigerianische Diktatur in Haft genommen wurde. „Ich traf Fela im Jahr vor seinem Tode (1997). Er betonte stets, wie wichtig es sei, Musik zu machen, die sich direkt mit der Realität auseinandersetzt.“ Als Schmelztiegel afrikanischer Urbanität bot Lagos für KEZIAH den perfekten Geburtsort für Captain Rugged, einen machtvollen, unverblümten und befreiten Avatar für die Sache Afrikas.

 

KEZIAH JONES unterzieht das Verhältnis zwischen der nördlichen und südlichen Hemisphäre einer strengen Prüfung: „Was ich der Welt zeigen will, ist die Modernität des postkolonialistischen Afrikas, das sich weit entfernt von der Vorstellung eines von Hunger und/oder Krieg verüwsteten Kontinents befindet, wie es die westliche Welt immer noch pflegt. Ich spreche vom jungen, urbanen Afrika: 20 Millionen Menschen leben in Lagos! Die zeitgenössische afrikanische Kultur ist eine Tatsache. Sie ist heute lebhafter denn je und wird stetig von der Diaspora genährt“.

 

KEZIAHs Musik ist immer noch der von ihm geprägte Blufunk, durchtränkt von einer Punk-Funk-Haltung, die mit Yoruba-Rhythmen gekreuzt wird. Aufgenommen zwischen London und Paris, gemischt in New York, besitzt Captain Rugged eine psychedelische Dimension, die KEZIAH JONES zusammenfasst als „George Clinton, der sich mit Fela Kuti einen Joint teilt.“

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FIL BO RIVA

Samstag, 06. August
Mainstage, 21:50 H

Wenn es in dieser Tage noch Argumente für ein geeintes Europa braucht, hier ist eins: Filippo Bonamici aka FIL BO RIVA. Gebürtiger Römer, Vater Italiener, Mutter Deutsche. In Madrid gekellnert, in Irland Abitur gemacht, in Berlin studiert. Bonamici symbolisiert also schon seinen biografischen Eckdaten nach jene international ausgerichtete Freigeistigkeit, welche der europäischen Idee zugrunde liegt.

 

Das dieses Jahr erschienende FIL BO RIVA Album, »Beautiful Sadness«, trägt Europa im Herzen und eine freiheitlich offene Ausrichtung auf der Zunge. Mit Grandezza lotet Fil auf »Beautiful Sadness« in schwelgerischen Hymnen wie »Time Is Your Gun« oder der ersten Single »Go Rilla« die Grenzen des Indie-Rock aus und überführt gleichzeitig die europäische Folktradition in die Moderne.

 

Wie oft in solchen Fällen nicht alleine sein Verdienst: „Ohne Felix und Robbie hätte ich das Album nicht machen können«, sagt Fil. Und meint damit den Gitarristen Felix A. Remm sowie den Produzenten Robert Stephenson (Mighty Oaks). Nachdem Bonamici FIL BO RIVA alleine gestartet hat, haben Remm und er sich zu einer vitalen Einheit entwickelt, die man nicht Band nennen muss. »Es ist ein Projekt, in dem zwei Freunde ihre Leidenschaften kombinieren«, sagt Fil.

 

Durchaus keine selbstverständliche Entwicklung einen Mann, der seinen Platz im Leben erst noch finden musste und auf dem Weg dahin meistens alleine war. Geboren in Rom, bekommt Fil mit zehn die erste Gitarre geschenkt. Später spielt er in kleineren Bands, schreibt Songs, vergisst darüber das Lernen, landet auf einem Internat in Irland. »Das war eine prägende Zeit«, sagt Fil heute. »Die ganzen Bands, die nach den Strokes kamen, MGMT, Arctic Monkeys, Mumford & Sons, habe ich in Irland viel früher entdeckt als andere.«

 

Nach dem Abitur geht er eine Weile zu Freunden nach Madrid, kellnert, zieht kurz zurück nach Rom, merkt: So langsam muss mal was Richtiges kommen. Ernst des Lebens und so. London findet er interessant, aber dann stößt er über zwei Ecken auf den Studiengang Produktdesign an der Berliner UDK und besteht tatsächlich die schwierige Aufnahmeprüfung.

 

Zwei Jahre hielt er durch, konzentrierte sich aufs Studium, machte keine Musik. Eine Trennung führte schließlich dazu, endlich auf seine innere Stimme zu hören. »Ich nahm mir vor, ein Semester lang alles auf eine Karte zu setzen und einfach nur Musik zu machen«, sagt Fil. In den kommenden zwei Jahren spielen FIL BO RIVA drei ausverkaufte Tourneen und Konzerte unter anderem in Paris, London, Mailand und Amsterdam. Ihre Songs laufen überall im Radio, FIL BO RIVA treten auf Festivals wie Great Escape, Eurosonic und Montreux Jazz Festival auf, es gibt gemeinsame Tourneen mit Matt Corby, Joan As Police Woman, Milky Chance und einigen anderen, außerdem eine Nominierung für den Europe Talent Award. Das alles wohlgemerkt mit nur einer einzigen EP im Rücken, denn das Album kommt ja erst jetzt.

 

Man muss das erzählen, um »Beautiful Sadness« zu verstehen, weil hier nun alles zusammenfließt: Von den Briten hat Fil den Zug zum Refrain, aus Italien das Schwelgerische und Berlin verdankt er vielleicht die Zielstrebigkeit und eine gewisse Schnoddrigkeit, die stets dafür sorgt, dass FIL BO RIVA die Grenze zum Kitsch mit spielerischer Leichtigkeit umschifft.

 

»Beautiful Sadness« – was für ein perfekt passender Titel! – changiert durchgehend zwischen Emphase und Melancholie, Aufbegehren und Innehalten. Die erste EP »If You’re Right, It’s Alright« war eine Skizze, nun hat FIL BO RIVA seine Kunst ausformuliert und auf den Punkt gebracht. Europäische Folklore, Indie- Pop – »Beautiful Sadness« ist ein betörendes Ensemble-Werk aus der Perspektive eines überaus begabten Songschreibers, welches der Wahlberliner gemeinsam mit seiner Band im Frühling 2019 erstmals auf die Bühne brachte. Nach internationalen Festival Shows über den Sommer, kehrte FIL BO RIVA gemeinsam mit seiner Band 2020 für weitere Konzerte zurück und setzt diese im Herbst 2021 fort.

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Götz Widmann

Sonntag, 07. August
Mainstage, 16:50 H

Götz Widmann ist Liedermacher. Liedermacher, und mehr als das.  Denn statt sich an die Regeln zu halten sprengt er immer wieder die Grenzen seines Genres. Mit seiner alten Band Joint Venture schrieb er nicht nur die schönsten Kifferhymnen überhaupt, sondern war wohl auch der erste, der in Deutschland zur Akustikgitarre rappte.  Nach dem Tod seines Partners Kleinti seit 2000 solo unterwegs hat er eine ganze Kunstform neu erfunden und ihr frisches Leben eingehaucht. „Das Beste“ ist nun eine Gesamtschau einer fast 30-Jährigen Karriere, in der Götz Widmann uns immer wieder mit wunderbaren, ewig aktuellen Songs beschenkt hat.

 

Der erhobene Zeigefinger ist nicht sein Ding, er ist mehr ein Mann des Mittelfingers. Seine grössten Stärken sind seine Ehrlichkeit und sein scharfer, beissender Witz, der sich aber doch immer mit einer radikalen, unbestechlichen Menschenliebe paart.

 

Wie kaum ein anderer schafft er es, Gefühle auszudrücken ohne auch nur den geringsten Hauch von Kitsch dabei auszustrahlen. Frivol, lebensbejahend, ansteckend positiv, ein Abend mit Götz Widmann ist immer wieder eine Frischzellenkur für die Seele.

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Jochen Distelmeyer

Sonntag, 07. August
International Talent Stage, 19:50 H

Balsam für verwundete Seelen: Auf seinem neuen Album durchmisst Jochen Distelmeyer die »GEFÜHLTEN WAHRHEITEN« unserer Zeit.

 

»GEFÜHLTE WAHRHEITEN« ist ein Album darüber, wie es sich anfühlt, lebendig zu sein. Zwölf bestürzend schöne Lieder, in denen Distelmeyer vom Sich-Verlieren und Wiederankommen, vom babylonischen Stimmengewirr der sozialen Medien, von Sehnsucht und Begierde, gesellschaftlicher Spaltung und einer am Ende gelingenden und triumphierenden Liebe erzählt.

Es schließt sich hier ein Kreis von Distelmeyers erstem Solo- Album »Heavy« („Wohin mit dem Hass“), seinem Romandebüt »Otis« und dem Coveralbum »Songs From The Bottom Vol. 1« (»Toxic«, »Video Games«). Selbst die Konzerte seiner
Band Blumfeld (»Tausend Tränen Tief«, »Wir sind frei«) der vergangenen Jahre sind Teile eines Werkzyklus, dessen offene Enden Distelmeyer mit »GEFÜHLTE WAHRHEITEN« nun zusammenführt.

 

Der große Sänger eines »persönlichen Lebens« ist also nicht »wieder da« – er war niemals weg.

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Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys

Sonntag, 07. August
Mainstage, 20:50 H

Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys lernen sich an Silvester 1981 in Sirmione am Gardasee kennen und beginnen ihre Karriere als Duo 1982. Zwei Jahre später stoßen für das „Internationale Schlagerfestival in Rio de Janeiro“ 1984 erstmals Ralph Rubin, Eisensepp, Bungo Jonas und Blechkofler als Showband dazu und werden Teil der Gruppe. Etliche Welttourneen und Musikpreise später kommt es 1997 zum großen Eklat zwischen den zwei Frontmännern, die Gruppe löst sich auf. 2016 will man es nochmal wissen und startet gemeinsam mit den begeisterten Bandkollegen das große Comeback, dessen Ende bisher nicht abzusehen ist.

Die erste Veröffentlichung der Band „Lieder, für immer“, erreicht im Jahr 2018 beachtliche Plays im Netz, bringt sie 2019 auf nationale Festivals wie z. B. das MS Dockville, Appletree Garden etc. und verschafft der Gruppe einen ersten Plattendeal bei RCA/Sony. Aus dieser Zusammenarbeit geht im Jahr 2020 der erste und in der Fachpresse gefeierte Langspieler als großes Debüt-, Comeback und Best-Of-Album „Greatest Hits“ hervor, mit dem die Gruppe ihren Status als Potentaten der deutschen Indie-Pop- und Schlagerlandschaft unterstreichen.

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